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IBA: Grenzen reduzieren — ZollZaunAbriss öffnet den Horizont

Sonnig, frische Winterluft, wunderschönes Farbenspiel beim weiten Blick über den Deich der Harburger Chaussee, Veddel auf die zauberhafte Kulisse der City von Hamburg.

Reduzieren von Grenzen ist ein befreiendes Thema. Gute Laune bei allen.
Bringt der symbolische Akt künftig weitreichende weitere positive Effekte? 

124 Jahre Zollhafen/Freihafengrenze — jetzt bietet der fallende Zaun eine Chance für ein neues Empfinden der Menschen auf den Elbinseln:
Elbe nicht als Grenze, sondern Verbindung, als Chancenraum.

Berichte:

http://www.ndr.de/regional/hamburg/freihafenende113.html

http://moin-moin-norden.de/iba-hamburg-wilhelmsburg-der-zollzaun-ist-gefallen/

Hamburg 1 sendet Montag 14. Januar ab 17 Uhr dazu.

Hier die offizielle Pressemitteilung:

Der Zollzaun fällt – freier Zugang zum Spreehafen

Mit dem Zollzaun fällt der „eiserne Vorhang“ von Wilhelmsburg – zu diesem großen Ereignis legte Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg heute selbst Hand an und begann mit einem Schneidbrenner den Zaunabriss. Neben dem Bürgermeister sprachen Colette Hercher, die Präsidentin der Bundesfinanzdirektion Nord und bislang zuständig für den Zollzaun, Liesel Amelingmeyer, Gründungs-mitglied des Vereins Zukunft Elbinseln sowie IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg Grußworte. In wenigen Wochen ist der Weg zwischen Stadtteil und Ufer ganz frei. Diesen historischen Tag feierte die IBA Hamburg mit Initiatoren, Unterstützern und Anwohnern. Mit der Öffnung des Zollzauns erfüllt sich ein lange gehegter Wunsch der Bevölkerung. Die Hamburger Elbinseln rücken heute ein Stück näher an die Hamburger Innenstadt heran.

Hamburg, 12. Januar 2013 – „Auch wenn viele unserer Zöllner, die häufig ihr ganzes bisheriges Berufsleben mit und an dem Zollzaun verbracht haben, den Fall dieses Zaunes vielleicht mit ein wenig Wehmut beobachten werden, freuen wir uns doch darüber, dass die „Zollgrenze“ nun mitten im Herzen der Stadt entfallen kann“, sagte Colette Hercher als Präsidentin der Bundesfinanzdirektion Nord. Als bisherige Zuständige für Freihäfen und Zollstationen hatte die BFD Nord den Zollzaun am 1. Januar 2013 offiziell aus dem Freihafen entlassen, sodass nun feierlich die letzte sichtbare Erinnerung an die letzte Nutzung des Geländes als Hafengebiet entfernt werden konnte. Den ersten Schritt dazu machte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz: Mit einem Schneidbrenner begann er mit dem Abriss des Zollzauns und verwirklichte damit den schon lange geäußerten Wunsch der Anwohner, den Weg ans Ufer des Spreehafens von jeder Stelle aus zugänglich zu machen.

Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, sagte: „Wir legen den Zollzaun nieder. Das tun wir nicht aus Missachtung seiner historischen Rolle – aber die hat er inzwischen ausgespielt. Seit 1903, also 110 Jahre lang, hat das drei Meter hohe stacheldrahtbewehrte Gitter den direkten Weg zwischen den Wohnquartieren und dem Hafenbecken versperrt – für Schmuggler und Bewohner gleichermaßen. 2013 aber wird das Jahr der IBA, der Internationalen Bauausstellung, und das Jahr der igs, der internationalen Gartenschau. Es wird das Jahr der Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburger. Da ist kein Platz mehr für einen Zaun. Es geht heute auch darum, dass endlich auch innerhalb Hamburgs die Grenzen an Bedeutung verlieren, weniger sichtbar sind.“

Gründungsmitglied des Vereins Zukunft Elbinseln, Liesel Amelingmeyer setzte sich in ihrer Funktion stark für die Interessen der Wilhelmsburger und Veddeler ein und trieb den Wunsch nach einer Öffnung zum Wasser als Initiatorin mit voran: „Die Menschen in Wilhelmsburg und auf der Veddel haben bei der Erfolgsgeschichte des Zollzaunabrisses mitgeschrieben. Sie haben sowohl einen Zugang zum Spreehafen rund um die Uhr durch erste Schlupftore ermöglicht und die fertigen Planungen für eine  Hafenquerspange über den Spreehafen gestoppt.“

Der Spreehafen hat einen ganz eigenen Charme: Deichübergänge für Fußgänger und Radfahrer erleichtern jetzt die Zugänglichkeit, neue Freitreppen laden zum Sitzen ein, Rampen und eine neue Ampelanlage schaffen eine kurze Verbindung zwischen dem Hafenbecken und dem Stübenplatz im Herzen des Reiherstiegviertels. In wenigen Minuten können Spaziergänger nun von dort ans Wasser gelangen. Zwei weitere Deichübergänge und eine neue Fußgängerampel erleichtern entlang der Harburger Chaussee außerdem den Zugang zum Wasser. Spaziergänger und Radler können auf einem 4,5 Kilometer langen Spazierweg um den ganzen Spreehafen herum authentische Hafenstimmung und Industrieromantik erleben: Lange Deiche und Polderwände sind zu sehen, in großen Hallen lagern Kakaoberge, auf Gewässer liegen Schuten und schwimmendes Hafengewerbe.

IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg sagte: „Mit der Öffnung des Spreehafens greift die IBA Hamburg eine langjährige Forderung der angrenzenden Stadtteile auf. Mit der heutigen Öffnung des Spreehafens rücken Elbinseln und Hamburger Innenstadt näher zusammen. Außerdem vereinen sich Hafennutzung und Freizeitaktivität für eine höhere Lebensqualität der Anwohner. Dazu gewinnt der Deich durch dieses Projekt mit den Freitreppen, die sich in das Deichbild einfügen, eine neue gestalterische Dimension.“

Mehr als 100 Jahre lang war der Freihafen umzäunt. Nachdem im Juli 2010 der Zollzaun zwei Pforten bekam, durch den die Bewohner der Veddel und Wilhelmsburgs ungehindert zum Wasser gelangen konnten, folgte im Oktober 2011 die Fertigstellung des Fuß- und Radwegs an den neuen Hafenbahnbrücken. Dieser Schritt schloss die letzte Lücke. Seither können die Bewohner das Hafenbecken umrunden. Im Herbst 2012 feierten alle Beteiligten den wieder aufgenommenen Fährbetrieb zum Anleger Ernst-August-Schleuse an der Klütjenfelder Straße. Der Abriss des Zollzauns heute war der wichtigste Schritt des IBA-Projekts „Öffnung des Spreehafens“.

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