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IBA bedeutet: „aufwerten, ohne zu verdrängen“ + Bildung + Integration

Szene 1

Als ich mich mit dem Bus von der S-Bahn Wilhmemsburg aufmachen wollte zur Rotenhäuser Straße 79/Gert-Schwämmle-Weg war es nicht einfach herauszufinden, wo denn der passende Ausstieg sein würde. Der Bus war überfüllt. Nur die junge Frau mit gegenüber konnte Rat geben. Sie wohnt direkt neben der Baustelle.
Als ich fragte, ob Sie von dem Projekt Welt-Gewerbehof schon gehört hätte, verneinte sie. Sie findet gut, was in ihrer Umgebung passiert. „Wilhelmsburg wird jetzt viel schöner.“

„Haben Sie Lust über das zu schreiben, was Sie hier erleben?“ fragte ich weiter.
„Sehr gern.“ Antwortete sie. So habe ich auch sie, wie schon viele andere, eingeladen mir ihre Gedanken zu schicken, damit ich sie bei Gelegenheit publizieren kann. Auch meine Frage nach ihrem Berufswunsch beantwortete sie ohne zögern: „Polizistin.“

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GWG Gewerbe und IBA Hamburg legen den Grundstein für den „Welt-Gewerbehof“

Ein Meilenstein für die lokale Ökonomie von Wilhelmsburg: Heute, am 4. Dezember 2012, feierten GWG Gewerbe und die Internationale Bauausstellung IBA Hamburg die Grundsteinlegung für den interkulturellen Welt-Gewerbehof. IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg, GWG Gewerbe-Geschäftsführer Ewald Rowohlt sowie Bodo Hafke, Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt des Bezirksamtes Hamburg-Mitte legten gemeinsam den Grundstein für das innovative IBA-Projekt nach dem Entwurf des Hamburgischen Architekturbüros dalpiaz + giannetti.

Doch damit ist nicht nur der Grundstein für einen besonderen Neubau mit außergewöhnlicher Architektur gelegt worden: Der Baustart des Welt-Gewerbehofs bedeutet zugleich einen entscheidenden Schritt für zahlreiche Klein- und Kleinstbetriebe der lokalen Wirtschaft aus Wilhelmsburg, vorwiegend bestehend aus Existenzgründern und migrantischen Gewerbetreibenden, die nach der Realisierung ab Mitte 2013 kostengünstige und flexible Arbeitsflächen anmieten können.

Der überdachte Gewerbehof im Süden des Wilhelmsburger Weltquartiers entsteht auf einer Grundstücksfläche von ca. 6.700 m². Das zuvor isolierte und ungeordnete Gewerbeareal wird in seiner Funktion gestärkt, durch die Ansiedelung neuer Betriebe weiterentwickelt und besser in das direkt benachbarte Weltquartier eingebunden. Die IBA Hamburg konnte den Investor GWG Gewerbe für die Realisierung gewinnen. Es entstehen unter einem spektakulären und transparenten Dach verschieden große Produktionsflächen, Werkhallen und Büroflächen für die lokale Wirtschaft. Das energetische Konzept des Baus setzt ebenso Maßstäbe: Der Welt-Gewerbehof bezieht als Teil des Nahwärmenetzes seine Energien vom Energiebunker und hat zusätzlich eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.

„Diese heutige Grundsteinlegung ist von großer Bedeutung für die lokale Wirtschaft und gleichzeitig ein zusätzlicher Gewinn für das benachbarte Weltquartier und den Stadtteil Wilhelmsburg: Der neue Welt-Gewerbehof bietet ökonomische und soziale Entwicklungsmöglichkeiten für Existenzgründer und Gewerbetreibende, umgesetzt in einer adressstiftenden Architektur. Zudem beliefert das Nahwärmenetz den neuen Gewerbehof mit regenerativen Energien aus dem IBA-Projekt Energiebunker“, sagte IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg. Der Welt-Gewerbehof ist städtebaulich in das südliche Weltquartier auf einer Fläche von rund 6.700 Quadratmetern große Areal eingegliedert, sodass ein Austausch zwischen Bewohnern und zukünftigen Gewerbetreibenden entstehen kann: Zwischen den Gebäuden entstehende „Werkhöfe“ dienen gleichzeitig als Kommunikations- und Begegnungsorte. Er ist eine Chance für erwerbsnahe Tätigkeiten und damit eine Verbesserung der Lebens- und Wohnverhältnisse der Bewohner vor Ort.

Das Konzept unterscheidet sich dabei deutlich von gängigen Gewerbehöfen. Es sieht vor, verschieden große Werkhallen und Büros unter einem transparenten Dach aus Polycarbonat-Platten vor Wetter und Witterung zu schützen.  Der Entwurf des Architekturbüros dalpiaz + gianetti basiert auf einer Modul-Architektur: Verschiedene, flexible Einheiten lassen sich nach Bedarf an die jeweiligen Anforderungen der Betriebe anpassen. Ewald Rowohlt, Geschäftsführer des Investors GWG Gewerbe, sagte zur Grundsteinlegung Welt-Gewerbehof: „Mit dem Neubau des Welt-Gewerbehofes schafft die GWG Gewerbe nicht nur ein architektonisch außergewöhnliches Gebäude, sondern auch eine für den Stadtteil wichtige Infrastrukturmaßnahme.“

Bereits im Jahr 2011 kürte eine Jury den Siegerentwurf in einem Architekturwettbewerb. Mitglieder der Jury waren Vertreter der IBA Hamburg GmbH, der GWG Gewerbe, aus der Finanzbehörde, Politik und dem IBA/igs-Beteiligungsgremium. Von Anbeginn der Planung ist ein ansässiges ESF-Projekt eingebunden, vertreten durch  Beschäftigung + Bildung e.V. / Büro für Lokale Wirtschaft und durch Unternehmer ohne Grenzen e.V., die alle interessierten Mieter beraten und unterstützt haben. So waren Kleinbetriebe und Existenzgründer sowie migrantische Gewerbetätige lange vor Baubeginn in das Projekt mit einbezogen. Bodo Hafke, Dezernent für Wirtschaft, Bauen und Umwelt des Bezirksamtes Hamburg-Mitte: „Das Projekt dient der Stärkung der lokalen Wirtschaft und ist daher sehr wichtig für den Erfolg der IBA. Es ist ein spannender Versuch, den Bedürfnissen kleiner Gewerbebetriebe einen prägnanten, architektonisch angemessenen Rahmen zu geben, der auch den Ansprüchen an ein gutes Stadtbild genügt. Ich wünsche dem Projekt großen Erfolg.“

Das Projekt ist gefördert mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE). So kann eine günstige Mietpreisgestaltung sichergestellt werden, die die Entwicklung nachhaltiger Betriebsstrukturen gewährleistet. Abhängig von der jeweiligen Fläche liegen die kalkulierten Mieten zwischen 3,50€ und 6,00€/m² netto kalt. Die zukünftigen Nutzer können Hallen, Büros, Werkhöfe oder Laden- und Gastronomieflächen anmieten.

Szene 2

Bei meiner Rückfahrt im Bus hatte ich wieder das Glück einer guten Unterhaltung. Die Dame neben mit, die mit ihrem lustigen Zöpfen, dem feschen roten weit schwingenden Mantel, in meinen Augen aussah, wie die ideale Botschafterin der Innovationen auf den Elbinseln, kommentierte eher verhalten: „Was geschieht hier mit den Mietpreisen?“

Es ist noch viel Behutsamkeit erforderlich, um all die Aufklärung zu leisten, die erforderlich ist, damit alle sich wirklich mitgenommen fühlen. Eine gute Chance konstruktiv beizutragen ist am kommenden Freitag:

Offene Planungswerkstatt „Chancen und Herausforderungen“

Termin: Freitag, 07. Dezember 2012

Uhrzeit: 17:00 – 20:00 Uhr

Ort: Schule auf der Veddel, Slomanstieg 1-3, 20539 Hamburg

Vorläufiges Programm:

1. Begrüßung

2. Vorstellung  der Ergebnisse der Vorbereitungsgruppe

· Struktur des Planungsprozesses zum Zukunftsbild Elbinseln 2013+ und Ideen für ein Mitwirkungsmodell (Entwurf)

· Überblick über mögliche Themen und Orte künftiger Entwicklung auf den Elbinseln (Entwurf)

3. Arbeitsgruppen zu Planungsinhalten (Themen und Orte) und zum Planungsprozess

4. Vorstellung der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen

5. Ausblick auf den weiteren Prozess

Exkursionsangebot:

Termin: Samstag, 8. Dezember 2012

Uhrzeit: 13:00-16:00 Uhr

Ziele: Orte auf den Elbinseln

Treffpunkt und Route werden separat bekannt gegeben. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Im Rahmen einer halbtägigen Busexkursion besteht die Möglichkeit, sich gemeinsam einen Eindruck von den Orten zu machen, für die Sie besonderen Handlungsbedarf sehen. Wir bitten um Ihre Anmeldung zur Teilnahme an der Exkursion per E-mail bis Donnerstag, 6. Dezember 2012, 12:00 Uhr an elbinseln@luchterhandt.de

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